
Liebe Mitglieder des Semper talis Bundes,
Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons, sehr geehrte Damen und Herren,
mehrere Monate sind ins Land gegangen und sowohl die Urlaubszeit wie auch die anstehenden strukturellen Veränderungen kündigen sich sowohl im Rheinland als auch in der Bundeshauptstadt durch zunehmende Temperaturen, gutes Wetter und zunehmende Dichte der Strukturplanungen an.
2012: ein besonderes Jahr. Friedrich der Große hatte seinen 300. Geburtstag, das Wachbataillon hingegen beging am 15. Februar seinen 55. Geburtstag seit der Aufstellung im Jahr 1957. Nachdem sich das erste Häuflein von 14 Mann um den damaligen Kommandeur in Rheinbach gesammelt hatte, begrüßte das Bataillon nach nur 32 Tagen, am 20. März 1957, den damaligen NATO-Oberbefehlshaber, General Norstad.
Nach 55 Jahren stehen die heutigen Soldaten genauso wie die „Alten“ ihren Mann und man beachte, neuerdings auch ihre Frau für den Dienst für Deutschland. Das Bataillon ist älter geworden, nicht aber diejenigen, die heute diesen ehrenvollen Auftrag im Sinne der „Alten“ - Semper talis - weiterführen.
Semper talis! Immer die Gleichen. So werden gerade die nächsten Monate mit Spannung erwartet, leiten sie doch unmittelbar den Wandel des Bataillons ein.
Soldat sein unter dem Zeichen der Neuausrichtung heißt im Moment vor allem warten. Die Grobstruktur des neuen Bataillons ist umrissen, der Kampf um Nuancen, Kleingeistigkeiten wie um den Auftrag will gut geführt sein. Weiterhin gibt es Versuche Einzelner, die aus unserem stolzen Verband, ein Linienbataillon entstehen lassen wollen. Diesem gilt es standhaft entgegenzutreten.
In den Leitgedanken des Generalinspekteurs zur Reform heißt es u.a.:
„Die Frage nach den Wurzeln unseres beruflichen Selbstverständnisses ist auch eine Frage nach unserer Tradition geworden. Diese fördert Identität und Gemeinsinn in einem historischen Bezug über die Generationen, Teilstreitkräfte und Truppengattungen hinweg und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir wollen die noch heute gültigen Überlieferungen und Lehren der Vergangenheit erfahrbar machen, damit sie uns helfen, die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu bestehen.“
Für uns bedeutet das, wir halten an unserer Arbeit in Bezug auf die Traditionen, die wir seit 1961 pflegen, auch in einer neu gestalteten Bundeswehr fest. Wir verflechten diese zunehmend mit der aus den 55 Jahren Wachbataillon gewachsenen eigenen Tradition und übertragen diese unter dem Dach des Semper talis Bundes auf die neue Generation kommender Mitglieder. Wir brauchen gerade sie, mit ihren Ideen und neuem Schwung, um unsere Verbandsgeschichte nach nunmehr 91 Jahren unsterblich jung zu halten. Wir brauchen neue Wege und Konzepte, um uns ihnen näher zu bringen. Hier sehe ich in der nächsten Zukunft den Schwerpunkt unserer gemeinsamen Tätigkeit.
Zurück zum Hauptereignis des Jahres im Wachbataillon! Niemand als mein Urvorgänger Koch beschreibt es 1960 besser als jeder andere dies könnte: „Es ist ein ganz kleines Häuflein von Soldaten gewesen, das am 23. Mai 1957 auf dem Platz in Rheinbach gestanden hat. Daraus ist das Wachbataillon entstanden, eine Mustereinheit der Bundeswehr.“
Verehrte Bundeskameradinnen und Bundeskameraden, Soldatinnen und Soldaten, liebe Freunde.
Seien Sie versichert, aus der Mustereinheit ist die Visitenkarte Deutschlands geworden und das wird auch unter den Zeichen der neuen Zeit so bleiben. Beschreiten wir diesen Weg zuversichtlich. Ich rufe Sie alle auf, diese neue Etappe mit mir am 30. Juni 2012 bei einem Appell auf dem Marktplatz und einem Fest in der Brückberg-Kaserne in Siegburg zu Ehren 55 Jahre Wachbataillon BMVg zu begehen.
Ich grüße Sie und freue mich darauf.
Semper talis Ihr Michael Krobok Oberstleutnant
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